Wien, 2010
Kunstverein das weisse haus, Portiersloge
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Rauminstallation | Popcorn, Popcornmaschine, Videos
Smållworld – Pop, Video, HDV auf DV-Pal, S|W, 04:10:05 min
Smållworld – The Subliminal, Video, DV-Pal, 02:41:00 min
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Ein abgeschlossener Raum: Durch seine Glasfront eröffnet er zwei Perspektiven auf einer Blickachse. Von innen heraus dient er als Beobachtungsposten und kontrolliert den Umraum, von außen gleicht er einer Vitrine und ermöglicht Einblicke in ein kleines Universum. Portiere gewähren oder verwehren aus ihrer Loge heraus Zutritt, sie vermitteln als Schlüsselfiguren zwischen den Welten. Ihr Glaskasten erzeugt einen Zwischenraum mit Eigenzeiten des Wartens, Vermittelns, Abweisens, während sie selbst Teil einer Menagerie der Organisation sind.
Die mediale Doppelfunktion derartiger Glaskästen stellt sich auch in anderen Zusammenhängen ein. Die Rauminstallation Smållworld übersetzt sie in den Bereich des Kinematographischen und in den Raum des Kinos.
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Smållworld, Installationsansicht, das weisse haus, 2010
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An der Kinokasse eines Lichtspielhauses beginnt die Inszenierung von Film. Sie eröffnet einen Zeitraum, indem sich der Nachhall der Realität verbindet mit der Vorahnung des Fiktiven. Das Kinoereignis findet seine Fortsetzung in der Popcornmaschine: Im Popcorn materialisiert sich die Vorahnung, explodieren die Möglichkeiten kommender Geschichten; die Plopp-Geräusche und die entstehenden Gerüche verlängern den Erwartungsbogen bis in das Dunkel des Kinosaals.
In dieser Schwellensituation, in der der Mais ploppt, fließen alle Erwartungen zusammen. Smållworld zeigt das symbolisch aufgeladene Popcorn als prozesshaftes Bild im Wechselspiel mit seiner eigenen kinematografischen Repräsentation: Ein Vorhang verdeckt die Eingangstür der Portiersloge und rahmt deren Glasfront. Der gewährte Einblick fokussiert die – auf einem Podest stehende – beleuchtete Popcornmaschine. Das herausquellende Popcorn bedeckt den Boden und füllt den Raum.
Der Popcornmaschine gegenüber ragen zwei Monitore aus den Bergen von Popcorn. Deren Sound verstärkt die bei der Produktion entstehenden Geräusche. Gerüche dringen aus dem Raum.
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Smållworld – The Subliminal, Videostills, DV-Pal, 02:41:00 min

Smållworld – Pop, Videostill, DV-Pal, 04:10:05 min
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Das Video Smållworld – Pop zeigt beschleunigte Explosionen von Popcorn und spielt in seiner auf schwarzweiß reduzierten Form mit dem Ereignischarakter der Popcornproduktion.
Smållworld – The Subliminal bezieht sich auf ein von James Vicary 1957 in einem Kino in Fort Lee, New Jersey durchgeführtes Experiment. Der amerikanische Marktforscher überblendete mithilfe eines Tachistoskops für 1/3000 Sekunde in 5 Sekundenintervallen den gezeigten Kinofilm Picnic (1955, von Joshua Logan) mit den Botschaften “Hungry? Eat Popcorn” und “Drink Coca Cola”. Die unterschwelligen Botschaften sollen zu einem signifikanten Anstieg des Coca-Cola- und Popcornverkaufs geführt haben. Nachdem mehrfach versucht wurde, das Experiment zu wiederholen, gab Vicary 1962 zu die Ergebnisse erfunden zu haben.
Smållworld – The Subliminal zeigt Ausschnitte des Films Picnic, die von Botschaften mit der Dauer eines Frames (1/25 Sekunde) überlagert werden. Die Texte “Wait”, “Eat Popcorn” und “Now” stehen in Referenz zur Raumsituation der Arbeit, die eine tatsächliche Annäherung unmöglich macht.
Smållworld füllt den Raum der Portiersloge mit den Versprechungen von Film. Popcornploppen und Rascheln mischt sich mit dem Gemurmel vor dem Kinoereignis, das im Gegensatz steht zur Stille beim Verlassen des Kinos, wenn auch die Popcornmaschine schweigt.
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AUSSTELLUNG
Eröffnung | 23. 03 2010
Ausstellungsdauer | 23. 03. 2010 – 11. 05. 2010
Ort | Portiersloge, Kunstverein das weisse haus, Wollzeile 1, Erdgeschoss, 1010 Wien
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LINK
http://blog.esel.at/v/dokumentation/transformers
Eröffnung – das weisse haus, Gruppenausstellung Transformers und Portierslogen
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